Kaminofen · Kachelofen · Schornstein
Kaminofen oder Kachelofen austauschen:Was ist beim Schornstein zu beachten?
Ein neuer Ofen lässt sich nicht automatisch 1:1 an den vorhandenen Schornstein anschließen. Abgaswerte, Anschluss, Förderdruck, Verbrennungsluft und die vorhandene Schornsteinhöhe müssen zum neuen Gerät passen.
Die Kurzantwort
Kann ich meinen alten Ofen einfach ersetzen?
Nicht immer. Vor dem Austausch sollte geprüft werden, ob der vorhandene Schornstein hinsichtlich Querschnitt, Höhe, Anschluss, Förderdruck und Verbrennungsluft zum neuen Kaminofen oder Kachelofeneinsatz passt.
Gerade moderne Feuerstätten können andere Abgastemperaturen, Abgasmassenströme und Anschlussbedingungen haben als ältere Geräte. Deshalb ist der Ofentausch auch immer eine Prüfung des vorhandenen Abgassystems.
Vor dem Austausch
Diese sechs Punkte sollten vor dem Ofentausch geklärt sein.
Passt der Schornsteinquerschnitt?
Der neue Ofen kann andere Abgaswerte, einen anderen Förderdruck oder einen anderen Anschlussdurchmesser benötigen als die alte Feuerstätte.
Passt der vorhandene Anschluss?
Anschlusshöhe, Durchmesser und Position des Rauchrohrs ändern sich beim Gerätetausch häufig. Ein vorhandener Wandanschluss kann deshalb angepasst werden müssen.
Ist die Verbrennungsluft gesichert?
Bei dichten Gebäuden, Lüftungsanlagen oder Ablufthauben muss geprüft werden, ob die Feuerstätte ausreichend Verbrennungsluft erhält und ob Unterdruckprobleme entstehen können.
Ist die Mündungshöhe ausreichend?
Beim Austausch einer Feuerstätte für feste Brennstoffe kann § 19 Absatz 2 der 1. BImSchV Anforderungen an die Schornsteinmündung auslösen. Die konkrete Bestandssituation ist zu prüfen.
Ist Mehrfachbelegung zulässig?
Wenn weitere Feuerstätten am selben Schornstein angeschlossen sind, muss geprüft werden, ob die gemeinsame Belegung mit dem neuen Gerät technisch und zulässig bleibt.
Ist der Schornstein baulich in Ordnung?
Risse, Versottung, beschädigte Innenflächen oder ein ungeeigneter Querschnitt können unabhängig vom Ofentausch eine Sanierung erforderlich machen.
Rauchrohr & Wandanschluss
Der vorhandene Anschluss passt nicht automatisch zum neuen Ofen.
Schon bei einem scheinbar einfachen Gerätetausch ändern sich häufig Anschlussdurchmesser, Höhe und Lage des Rauchrohrstutzens. Der alte Wandanschluss kann deshalb zu hoch, zu niedrig oder im Durchmesser ungeeignet sein.
Wichtig ist außerdem, dass Verbindungsstücke zugänglich bleiben und nicht durch Decken, Wände oder unzugängliche Hohlräume geführt werden. Die Bayerische Feuerungsverordnung enthält hierzu konkrete Anforderungen.
Bestandsschornstein
Auch beim Austausch kann die Schornsteinhöhe relevant werden.
Für Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die vor dem 1. Januar 2022 errichtet und betrieben wurden und später wesentlich geändert werden, regelt § 19 Absatz 2 der 1. BImSchV die Anforderungen an die Austrittsöffnung. Der Gesetzestext sagt ausdrücklich, dass diese Anforderungen für den Austausch der Feuerstätte entsprechend gelten.
Das bedeutet nicht automatisch, dass bei jedem Ofentausch der komplette Schornstein neu gebaut werden muss. Es bedeutet aber, dass die vorhandene Mündungssituation vor dem Austausch geprüft werden sollte.
VertiefungWie hoch muss ein Schornstein sein? →Sonderfall Kachelofen
Heizeinsatz tauschen oder ganzen Kachelofen verändern?
Beim Kachelofen muss genauer unterschieden werden als beim frei stehenden Kaminofen. Wird lediglich ein eingemauerter Heizeinsatz ersetzt, ist das etwas anderes als ein kompletter Umbau oder Neubau der Feuerstätte.
§ 26 Absatz 4 der 1. BImSchV enthält für eingemauerte Kamineinsätze, Kachelofeneinsätze und vergleichbare Ofeneinsätze eine Besonderheit: Die in § 26 Absatz 2 geregelten Austauschfristen gelten für diese Einsätze nicht.
Unabhängig davon muss ein neuer Einsatz technisch zum vorhandenen Schornstein und zur gesamten Feuerstättenanlage passen.
Nur Heizeinsatz
Abgasdaten, Anschluss und Eignung des Schornsteins für den neuen Einsatz prüfen.
Umbau der gesamten Feuerstätte
Zusätzlich Konstruktion, Brandschutz und Gesamtanlage neu bewerten.
Verbrennungsluft
Der neue Ofen braucht nicht nur einen passenden Schornstein.
Feuerstätten dürfen nur so aufgestellt und betrieben werden, dass Gefahren nicht entstehen. In modernen oder sanierten Gebäuden ist deshalb die Verbrennungsluftversorgung besonders wichtig.
- sehr dichte Fenster und Gebäudehülle
- kontrollierte Wohnraumlüftung
- Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb
- Abluftventilatoren oder andere luftabsaugende Einrichtungen
- raumluftabhängiger oder raumluftunabhängiger Betrieb
Ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von Feuerstätte, Gebäude und vorhandener Lüftungstechnik ab.
Wenn der Bestand nicht passt
Wann muss der Schornstein beim Ofentausch saniert werden?
Eine Kaminsanierung kann sinnvoll oder erforderlich werden, wenn der vorhandene Schornstein technisch nicht zum neuen Gerät passt. Typische Gründe sind ein ungeeigneter Querschnitt, ungünstige thermische Verhältnisse, Schäden oder Versottung.
Häufige Fragen
Ofentausch kurz beantwortet.
Kann ich meinen alten Kaminofen einfach durch einen neuen ersetzen?
Nicht immer. Vor dem Austausch sollte geprüft werden, ob Schornsteinquerschnitt, Höhe, Anschluss, Förderdruck und Verbrennungsluft zum neuen Gerät passen.
Muss beim Ofentausch der Schornstein neu berechnet werden?
Wenn sich die Feuerstätte und damit die Abgasdaten ändern, sollte die Eignung des vorhandenen Schornsteins für das neue Gerät fachlich geprüft werden. Ob eine vollständige Berechnung erforderlich ist, hängt vom konkreten Fall ab.
Gilt die neue Schornsteinhöhenregel auch beim Austausch eines Kaminofens?
§ 19 Absatz 2 der 1. BImSchV sagt ausdrücklich, dass die dort genannten Anforderungen für den Austausch der Feuerstätte entsprechend gelten. Für Bestandsanlagen ist deshalb die konkrete Mündungssituation zu prüfen.
Was ist bei einem Kachelofen anders?
Bei einem Kachelofen ist zu unterscheiden, ob nur ein eingemauerter Heizeinsatz getauscht wird oder die gesamte Feuerstätte verändert wird. Für eingemauerte Kamineinsätze, Kachelofeneinsätze und vergleichbare Ofeneinsätze enthält § 26 Absatz 4 der 1. BImSchV eine besondere Ausnahme von der dortigen Austauschfrist.
Muss der Schornsteinfeger vor dem Kauf gefragt werden?
Es ist sehr sinnvoll, die geplante Feuerstätte und die vorhandene Abgasanlage frühzeitig abzustimmen. So lässt sich vermeiden, dass ein Gerät gekauft wird, das nicht sinnvoll an den vorhandenen Schornstein angeschlossen werden kann.
Was passiert, wenn der Schornstein zu groß ist?
Ein zu großer Querschnitt kann bei bestimmten Feuerstätten zu ungünstigen Strömungs- und Temperaturverhältnissen führen. Ob eine Querschnittsanpassung nötig ist, hängt von den Abgasdaten und der wirksamen Höhe ab.
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