Querschnitt · DIN EN 13384 · Dimensionierung
Welchen Durchmesser braucht mein Schornstein?Warum „150 mm passt immer“ falsch ist.
Schornsteindurchmesser 130, 150, 160, 180 oder 200 mm? Welche Daten wirklich über den Querschnitt entscheiden und warum größer nicht automatisch besser ist.
Die Kurzantwort
Direkt beantwortet.
Der richtige Schornsteinquerschnitt wird nicht allein aus der kW-Leistung gewählt. Entscheidend sind die Abgasdaten der Feuerstätte, der notwendige Förderdruck, die wirksame Höhe, das Verbindungsstück und die thermischen Eigenschaften der Abgasanlage. Deshalb können zwei Feuerstätten mit ähnlicher Leistung unterschiedliche Anforderungen an den Schornstein haben.
Für eine Berechnung braucht man die tatsächlichen Abgasdaten.
Die kW-Zahl reicht nicht
- Abgasmassenstrom
- Abgastemperatur am Stutzen
- notwendiger Förderdruck der Feuerstätte
- Nennwärmeleistung und Betriebszustand
- wirksame Schornsteinhöhe
- Länge, Durchmesser und Bögen des Verbindungsstücks
- Wärmedurchlass und innere Oberfläche der Abgasanlage
Ein Schornstein ist ein strömungs- und wärmetechnisches System.
Warum größer nicht automatisch besser ist
- Bei einem unnötig großen Querschnitt sinkt die Strömungsgeschwindigkeit; die Abgase können stärker auskühlen und Kondensationsprobleme können begünstigt werden.
- Ein zu kleiner Querschnitt kann dagegen Druckbedingungen erzeugen, bei denen die Abgase nicht sicher abgeführt werden.
- Die Bayerische FeuV verlangt deshalb ausdrücklich eine Bemessung nach lichtem Querschnitt und Höhe sowie – soweit erforderlich – Wärmedurchlasswiderstand und innerer Oberfläche.
DIN EN 13384 statt Tabellenraten.
Wie wird gerechnet?
- DIN EN 13384-1 legt wärme- und strömungstechnische Berechnungsverfahren für Abgasanlagen mit einer Verbrennungseinrichtung fest. Sie umfasst Unter- und Überdruck sowie feuchte und trockene Betriebsweise.
- Für mehrfach belegte Abgasanlagen existiert mit DIN EN 13384-2 ein eigener Berechnungsrahmen.
Das berechnete Rohr muss auch durch den Bestand passen.
Sanierung: Innenmaß ist nur die halbe Wahrheit
- Bei einer Sanierung muss der rechnerisch notwendige lichte Querschnitt in den vorhandenen Schacht eingebracht werden können. Außendurchmesser, Muffen, Versätze und lokale Engstellen werden deshalb zu realen Planungsgrößen.
- Gerade hier kann ein dünnwandiges Edelstahl-Sanierungsrohr entscheidende Platzvorteile gegenüber dickwandigeren Systemen haben.
Warum wir keine Online-Tabelle „8 kW = 150 mm“ veröffentlichen.
Praxisbeispiel ohne Scheingenauigkeit
- Solche Fausttabellen wirken hilfreich, ignorieren aber Höhe, Abgastemperatur, Förderdruck und Verbindungsstück. Für eine seriöse Planung nutzen wir die konkreten Gerätedaten und die tatsächliche Geometrie des Gebäudes.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Reichen 150 mm für einen Kaminofen?
Das kann passen, muss aber nicht. Ohne Gerätedaten und Schornsteinhöhe ist eine seriöse Aussage nicht möglich.
Kann ein Schornstein zu groß sein?
Ja. Ein zu großer Querschnitt kann ungünstige thermische und strömungstechnische Bedingungen verursachen.
Kann ich den Durchmesser vom Rauchrohr übernehmen?
Nicht automatisch. Der Anschlussdurchmesser ist eine wichtige Geräteangabe, ersetzt aber keine Beurteilung bzw. Berechnung der gesamten Abgasanlage.
Was ist bei einer Kaminsanierung zusätzlich wichtig?
Neben dem berechneten Innendurchmesser muss das Sanierungsrohr einschließlich Verbindung durch den vorhandenen Schacht passen.
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Quellen & technische Grundlagen
Primärquellen und Regelwerke.
Hinweis: Aussagen, die ausdrücklich als Erfahrung „aus unserer Praxis“ bezeichnet sind, beruhen auf der Sanierungs- und Montageerfahrung von Stadter Kamintechnik und sind von den verlinkten Rechts- und Normquellen zu unterscheiden.
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